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Weltklasse Zürich mit neuem Konzept
(Si) Das Golden-League-Meeting Weltklasse Zürich findet am 7. September nicht nur in einem neuen Stadion statt, es erfährt auch sonst einige Änderungen.
Der Meeting-Direktor Patrick Magyar sprach an einer Medienkonferenz gar von einem neuen Meeting. Damit auch künftig die besten Athleten im umgebauten Letzigrund zu sehen sind, wurde das Preisgeld mit rund 1,4 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr (714 000 Dollar) nahezu verdoppelt. Zudem wird in allen Disziplinen gleich viel ausbezahlt; es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Premium Events und anderen. Jeder Sieger erhält 25 000 Dollar. Gar doppelt soviel gibt es in der neu eingeführten Zürich Trophy zu gewinnen, in der acht Männer-Nationalteams über 4x100 m antreten. Dieser Wettbewerb zum Abschluss der Veranstaltung ist eine Hommage an die Stadt Zürich, die 90 Prozent der Kosten des neuen Stadions trägt.
Der Athleten-Manager Daniel Wessfeldt, der unter anderen die Olympiasieger Stefan Holm (Hoch), Christian Olsson (Drei), Andreas Thorkildsen (Speer) und Jelena Isinbajewa (Stab) betreut, begrüsste die Erhöhung. Das sei eine neue Ära für die Athleten. Sie müssten nun in guter Form anreisen. Er erwarte packendere Rennen. Genau diesen Aspekt wollen die Meeting-Verantwortlichen auch fördern. "Duelle statt Rekordrennen" lautet ihre Devise. Daher werden auch keine Tempomacher mehr verpflichtet. Wie wird das höhere Preisgeld finanziert? "Wir lagern die Startgelder um", sagte Magyar. Das Budget für die Athleten sei etwa gleich hoch wie im vergangenen Jahr.
Massive Verkürzung
Im Weiteren wird "Weltklasse Zürich" zeitlich massiv verkürzt. Wettkämpfe werden nur noch in 17 statt 23 Disziplinen ausgetragen. Insbesondere die technischen Wettbewerbe sollen damit gefördert werden. Das internationale Hauptprogramm wurde um 30 Minuten auf zwei Stunden reduziert, das Vorprogramm dauert gar 45 Minuten weniger lang. "Dadurch ist das Ganze für den Zuschauer etwas verdaubarer. Dem Event-Gedanken kann nur so Rechnung getragen werden", sagte Andreas Hediger, der Technische Direktor. Die B-Serien werden durch ein nationales Förderprogramm ersetzt, das hiesigen Athleten mit einem internationalen Leistungsniveau eine geeignete Startmöglichkeit bieten soll. Die Disziplinen werden zusammen mit Swiss Athletics festgelegt. Den Schlusspunkt des Meetings bildet eine Abschlussfeier.
Auch sonst wird einiges unternommen, um die Attraktivität für die Zuschauer zu steigern und damit den Status des "besten Publikums" zu wahren. Beispielsweise kommen virtuelle Grafiken zum Einsatz. Für die Grossbildschirme wurde eine eigene TV-Produktion auf die Beine gestellt. Ziel ist, mehr junge Leute und mehr Leichtathleten ins Stadion zu bringen. Allerdings stehen künftig nur noch 5000 statt 11 000 Stehplätze zur Verfügung. Dafür gibt es 21 500 Sitzplätze (rund 10 000 mehr).
"Ohne das neue Stadion wäre das Meeting wahrscheinlich nicht mehr tragbar gewesen", unterstrich OK-Vizepräsident Gerhard Weber die Wichtigkeit des neuen Letzigrunds, in dem auch problemlos eine Leichtathletik-EM durchgeführt werden kann. Die Realisierung habe viele Schweisstropfen gebraucht. Dass die neue Arena am 7. September tatsächlich fertig ist, versicherte Hans-Peter Domanig, der als CEO der Implenia Generalunternehmung AG für den Bau verantwortlich ist. "Viele haben gesagt, dass es nicht möglich sei, das Projekt zwischen zwei Meetings zu realisieren. Wir befinden uns aber auf Kurs und sind aus dem Ärgsten raus", erklärte Domanig. Der Endspurt auf die Eröffnung sei gestartet.